Wupperstone
Wer erinnert sich nicht an die Jagd auf die Krone Tickets von Dezember bis Mai und den damit verbundenen Frust? Obwohl ich Anfang Juni bereits Karten für ca. 20 Konzerte hatte (logisch alle doppelt, weil meine Frau ja auch so verrückt ist), war es mir bis dahin nicht gelungen, eine Karte für ein Club-Konzert zu ergattern. Ich hatte mir deshalb fest vorgenommen, die Stadt München am Samstagmorgen zu verlassen, da ich mir nicht wieder den 99er-Frust antun wollte, wo wir vor dem Empire ohne Ende vergeblich gewartet hatten und letztlich draußen standen, als die Stones auf der Bühne waren. Etwas Hoffnung auf ein Krone- Ticket kam dann am Tag vor dem Stadion-Konzert auf, als mir ein kanadischer Kumpel ein Ticket für 300 Euro vermitteln wollte, wobei meine Frau aus finanziellen Gründen verzichten wollte. Diese Hoffnung zerschlug sich dann aber ganz schnell, denn als der kanadische Kumpel den Kartenbesitzer anrief, wollte dieser plötzlich schon 500 Euro haben und irgendwo ist bekannt auch für Stones-Verrückte Schluss !
Als ich dann am Samstagmorgen meinen Rausch (wir hatten nach dem Stadion-Konzert noch einige Stunden am Olympiasee gesessen und den zuvor im See versteckten Kasten Augustiner geleert ) einigermaßen ausgeschlafen hatte, im Stones-Mobil-II erwachte und mein Handy einschaltete, um Mama anzurufen, die an diesem Tag Ihren 82. Geburtstag feierte, gingen zwei SMS von Freunden ein, die mir mitteilen, wir mögen schnellsten zum Cirkus kommen, da es dort ab 10:00 Uhr noch Karten gibt. Ich glaube, meine Frau wusste gar nicht was los war, als ich sie weckte, ein Taxi rief und wir bereits wenige Minuten später (ich noch quasi in der Unterhose) im Taxi saßen. Es war etwa 09:35 Uhr und nun zählte jede Minute. Der Taxifahrer war prima, die StVO interessierte ihn wenig (es gab dafür natürlich auch ein gutes Trinkgeld) und am Circus angekommen sprang ich bei Rot mitten auf der Kreuzung aus dem Taxi, um mich anzustellen. Bezahlen konnte ja meine Frau. Als ich dann einige Minuten dort stand, gab ich zunächst einmal wieder die Hoffnung auf ein Ticket auf, denn es standen dort bereits reichlich Leute. Nach kurzer Zeit stand dann aber fest, dass fast alle diesen Brief und somit Karten hatten, also keine Konkurrenz für uns. Ich konnte mein Glück nicht fassen, als wir um 10:30 Uhr unsere Karte und unser Bändchen hatten. Jetzt wurde erst einmal im nahe gelegenen Augustiner-Biergarten bis 18:00 Uhr mit einigen Mass Bier gefrühstückt!! Und wir waren nicht die einzigen.
Am frühen Sonntagmorgen fuhren wir dann mit unserem Stones-Mobil-II zum Circus und konnten direkt daneben in einer Seitenstr. Parken. Besser haben wir die ganze Tour nicht mehr gestanden, höchstens 50 Meter zum Eingang! Da wir ja „nur“ Sitzplatz-Karten hatten, brauchten wir nicht anstehen und konnten uns den Tag in „unserem Biergarten“, wo sich auch einige Crew-Mitglieder blicken ließen, oder an unserem Auto (mit einigen Fans und einigen Fläschchen und Döschen) vertreiben, um dann abends recht gelassen ins Konzert zu gehen. Nachdem unsere Plätze mit eingeschränkter Sicht besichtigt hatten (von Sichtbehinderung keine Spur), kam Andi auf die Idee, dass der Innenraum doch besser sei. Er kannte einen dieser Sercurity-Typen, die an den Seitenabgängen standen. Mit 40 Dollar war die Sache gegessen. Andi, Jim aus den USA, meine Frau und ich, waren im Innenraum – kaum zu glauben, fünfte Reihe oder so. Dann dachte ich an paar Kumpel, alle Hardcore-Fans, die ebenfalls „nur“ Sitzplatzkarten hatten, und Andi drehte ein paar Mal die Runde (raus am offiziellen Innenraumeingang- Karte mitnehmen- rein bei seinem Securitiy-Spezi- wieder raus-noch eine Innenraum-Karte mitnehmen- die dem Kumpel geben- wieder rein, usw.) bis wir auf diese Art und Weise vielleicht 7 oder 8 anderen Fans Zutritt verschafft hatten.
Es war für mich das Geilste war ich an Konzerten je erlebt habe- Fortsetzung folgt-
Fortsetzung!!! Jetzt nahm ich mir natürlich vor, in weitere Club-Gigs zu kommen, was wir aber nicht mehr geschafft habe. In Vredenburg bin ich es selbst schuld. Wir sind vom Ahoy direkt nach Utrecht gefahren (40 Euro für die holl. Polizei weil zu schnell!!)und hatten Ansteh- Nummer etwas über 70 (es gab 150 Karten, wir wären also drin gewesen): Als dann morgens um 8 Uhr schon das Herumgedrücke am Eingang losging und wir dieses einige Zeit mitgemacht hatten, hatten wir keinen Bock mehr. Wir gaben auf und beschlossen, ein paar Ruhetage am Meer zu verbringen, bevor Amsterdam auf dem Programm stand. Zu der Entscheidung mag beigetragen haben, dass ich zum einen in Utrecht nach diesem Scheißeinlass vom Vortag im Ahoy Tourfrust und zum anderen Sorge um mein Auto hatte, welches am Utrechter Bahnhof (Junkies!!) nicht unbedingt sicher stand. Jedenfalls haben wir uns später mächtig geärgert, als es 150 Karten gab und wir nicht dabei waren.
Am Astoria in London sollte dies nicht noch einmal passieren. Hier haben wir fast 40 Stunden angelegen und hatten letztlich die Nummern 11 und 12. Es wurde nicht eine Karte verkauft…..Menno muss dies besonders schwer getroffen haben. Er hatte die Nr. 1 und war mit Sicherheit 24 Stunden länger da als wir…
und dann waren da noch die, die in London falsche Karten für 200 bis 400 Pfund gekauft haben , am Eingang damit abgewiesen wurden und nicht im Astoria waren. Soviel Geld weg & keine Stones !!!Gott sei Dank bin ich darauf nicht hereingefallen (clever wie ich bin) weil der erste Geldautomat streikte und dann, als ich endlich genug cash hatte, die Betrüger weg waren........