Was für ein Sommer
Was für ein Sommer, was für Konzerte!
Seit 1982 besuche ich Konzerte der Stones und mein größter Wunsch bisher war es die Jungs einmal in einer Halle und nicht im Stadion zu sehen. Entsprechend glücklich war ich als mein Ticket für die Münchener Olympiahalle ( und dann noch Europaauftakt Konzert ) im Winter
in Händen hielt. Ein Clubkonzert – daran wagte ich gar nicht zu denken! Ich? Im Leben nicht! Da komme ich nie an eine Karte!
Glücklich und beseelt bin ich also schon am Montag in München mit meinem alten Campingbulli eingetroffen. Vorfreude!
Das erste Konzert am Mittwoch war schon ziemlich der Hammer! Seit 9:00 Uhr vor der Halle und viele Hardcore Fans wiedergesehen und kennergelernt.
Dieter und Sabine, Andi und all die Lieben an die ich jetzt gerne zurückdenke! Hallenkonzert und erste Reihe ( und richtige Seite – natürlich NUR rechts ) mehr geht nicht! Selbst Keith ist auf mein selbstgebasteltes Schild ( „Hi Keith – good to see you again“ ) aufmerksam geworden und hat mich begrüßt! Selig! Nur der ständig kotzende Franzose zu meiner Rechten störte ein wenig ( „Buoahhhh – oh, don´t worry it´s only water.“ „Oh – i hope it´s only water!!!! You hit my shoes !!!”)
Dann, zwei Tage später das Stadion – same faces diverent places! Alles wie gehabt: 9:00 Uhr vorm Gatter – warten, warten, warten – rennen, rennen, rennen!
Das Konzert: Ganz anders, aber nicht weniger gut! Keith is God!
Als ich am Freitag Abend ( ich gebe es zu ) sturztrunken in meinen Bus viel war ich mehr als im 7. Himmel. Die ersten Konzerte hinter mir und noch mehr als genug Deutschlandkonzerte vor mir. Der Gedanke ans Krone Konzert schmerzte. Morgen fahr ich – definitiv! Keine weitere Diskussion – an Karten kommst du eh nicht / kannst du nicht bezahlen!
Den Samstag Morgen habe ich damit verbracht meine Sachen für die Reise zusammenzusuchen. Schließlich hatte ich 9 Stunden fahrt vor mir. Ständig nagte es in mir.
Dann doch: „Ach komm, ein bisschen Zeit hast du noch. Fahr vorbei, wenigstens ein wenig die Atmosphäre schnuppern, wenn die Glücklichen ihre Karten abholen.
Gesagt – getan. Rin in die S Bahn und hin. 10:15 Uhr. Das Wunde begann! Kaum war ich 5 Meter aus der Bahn in Richtung Krone gegangen, kommen mir 2 Fans entgegen: „He, du brauchst bestimmt auch noch ne Karte, oder?“ „Bitte? Natürlich!“ „Ja dann würd ich mal die Beine in die Hand nehmen. Die verkaufen noch Restkarten für 60 Euro!“
So lang wie in diesem Augenblick war mein Gesicht nie wieder! So schnell wie in diesem Augenblick bin ich nie wieder gelaufen! Kreuzung? Autos? Ampel? SCHEIßEGAL – Lauf, Junge lauf!
...und Tatsächlich: Als ich um die Ecke vom Zirkus biege stehen ganze 15 Leute vor den Kassenhäuschen. Spannung und Aufregung pur. Keiner wusste wie viel Tickets rausgehen.
Wird’s reichen? Bekomme ich noch eins? Oh Baby – Schmetterlinge im Bauch! Orignalton Security: “Today we are going to make some people very happy!“ – Jawohl.
Nach unerträglichen 15 Minuten durfte ich ans Häuschen. „Ein Ticket – 60 Euro.“ Vollkommen unspektakulär! Das Beste: Ein Blick in meine Börse offenbarten mir genau 62 Euro – wenn das nicht Bestimmung ist!
Es folgte die Einweisung durch die Security mit dem obligatorische Sicherheitsbändchen:
„Blabla einlassnurmitbändchen blabla nichtentfernen blablabla“ – Uuhhh Baby alles was du sagst!
Und dann stand ich da – mit Ticket und Band. Was man in solch einem Moment füllt kann nur ein echter Fan nachvollziehen! Es gibt keine Worte für dieses Gefühl!
Dies ist neben der Geburt meiner Tochter mit Sicherheit das Größte was mir bisher passiert ist.
Wie ging’s weiter? Von der nächsten Stunde weis ich nicht mehr viel. Erst jetzt, nach Monaten hat mich eine Foto auf Blutsvente´s Homepage daran erinnert das ich wohl einem lokalen Sender ein Interview gegeben haben muss. Hatte ich vollkommen verdrängt. Die armen Reporter werden außer sinnloses Gestammel nicht viel aus mir raus bekommen haben ( Sorry Jungs! ).
Als ich Mittags an meinem Bus ankam hab ich meinem Zuhause bekannt gegeben, dass ich wohl nicht wie geplant am Samstag nach Hause komme. Ich konnte das Staunen am anderen Ende der Leitung gut hören....und ich: Stolz wie Oskar! Die nächste Maßnahme galt der Sicherung des Bändchens. Eine heiden Panik überkamt mich bei dem Gedanken mit dem heiligen Band irgendwo hängen zu bleiben und es gar abzureißen ( ich kenne mich – kann jedem passieren aber mir zu erst! ). Also nahm ich kurzerhand das was ich hatte ( Klopapier ) und bandagierte damit den kompletten Unterarm. Sah ziemlich bescheuert aus, aber das war mir egal– ich war glücklich ( und mein Bändchen sicher ). Der Samstag galt dem Besuch des Münchner Hardrock Cafes – oder besser den Fans die noch in der Stadt waren....und....ein Bändchen um das Handgelenk hatten ( in der RICHTIGEN Farbe ). Immer wieder: „Was, du auch?“ gefolgt von einem seligen Grinsen. Man beglückwünschte sich und schlug sich auf die Schultern.
Der Sonntag war der Höhepunkt. Ich muss zugeben das ich nicht allzu viel geschlafen habe in dieser Nacht. Ich auf einem Club Concert – das Glück konnte ich immer noch nicht fassen.
Was ich morgens gemacht habe weis ich nicht mehr, aber ab 15:00 Uhr gab´s kein halten mehr. Karte ( hab ich sie wirklich – 3000 mal gecheckt! ). Keine Getränke. Auch so ein Sicherheitshinweis blabla. Das richtige T Shirt „Keith is God“ und ab geht’s.
Als ich ankam musste ich feststellen, dass ich nicht der einzige war der sich nicht mehr halten konnte ( Obwohl sämtliche Sitzplätze nummeriert waren ). Die Zeit vertrieb man sich wie üblich: Smalltalk und warten. Erstaunlicherweise wurde selbst am Sonntag kurz vor Konzertbeginn noch regulär Tickets verkauft. Es kam zu solch bemerkenswerten Szenen: Ein älteres Pärchen kam zufällig des Weges: Er: „Ach Schatz, schau mal. Heute Abend: Die Rolling Stones! Wollen wir dort hin, oder doch lieber grillen?“ Bei solchen Sätzen bleibt einem Fan der seit Monaten hinter Karten herhetzt das Herz stehen und irgend Jemand dreht das Messer noch 2 mal rum.....
Kurz vor Einlass folgen die Promies ein und wurden an der wartenden Menge vorbei geführt.
Standesgemäß wurden sie von einem Fan mit einem lauten „FUCK THE PROMIES“ begrüßt.
( Darf man in diesem Forum „Fuck“ schreiben? ).
Über das Konzert selber gibt es genügend Kritiken. Jeder der dazu eine Burteilung wünscht wird an vielen Stellen im Internet Infos und Review´s finden. Ich selber traue mich nicht
dieses Konzert fachgerecht zu besprechen. Für mich war das ( wie Blutsvente auf seiner Homepage so schön sagt ) die Mutter aller Konzerte. Nicht mehr und nicht weniger.
Höre das Boot und du wirst begeistert sein. Nur eins: Als Keith „Nearness of you“ ankündigte war ich einem Herzinfarkt nicht mehr fern J.
Danken möchte ich noch den Fans die die Security mit 40 Euro bestochen haben und mich vom Rang in den Innenraum geholt haben. Höhöhö.
Viele Bilder sind noch heute in meinem Kopf ( z.B. Keith im Halbdunkel zwischen zwei Songs, von hinten durch lila Scheinwerfer schwach beleuchtet und zündet sich eine Zigarette an; Mick ganz nah in meiner Ecke) und ich bete zu Gott das kein einziges davon in meinem Hirn verloren geht.
Keef